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The Poet Empress: Eine Ballade von Liebe und Tod (Shen Tao)


Ullstein Verlag | 496 Seiten | 21,99 € | ⭐⭐

Uff... Was war das für eine Geschichte? Das Buch war brutal, aber echt langweilig. In Hinblick auf den Klappentext habe ich etwas ganz anderes erwartet, als das was ich mit diesem Buch bekommen habe. Der Klappentext klang nämlich richtig spannend. Umso enttäuschter war ich am Ende, weil mich die Geschichte trotz ihres Potenzials kaum packen konnte. Die Idee ist grundsätzlich cool, aber an der Umsetzung scheitert es. 

Mir hat es in dem Buch auch an Fantasy gefehlt. Fantasy-Elemente sind durchaus vorhanden, etwa in Form von magisch wachsenden Blumen, Heilung oder Pfirsichbäumen, doch das Magiesystem bleibt sehr vage. Vieles wird nur angedeutet und nie wirklich erklärt, sondern passiert einfach, wodurch die Welt für mich überraschend klein und wenig greifbar wirkte. Der Geschichte fehlte es folglich an Worldbuilding. Ich hatte oft das Gefühl, dass dem Plot nicht genug Zeit gegeben wurde, sich sinnvoll zu entwickeln oder Tiefe aufzubauen. Eine Sache passiert und schon gehts mit dem nächsten Punkt weiter.

Der Fokus der Geschichte liegt sehr stark auf der Brutalität. Vorher also unbedingt die Triggerwarnung durchlesen. Die Gewalt ist zwar extrem präsent und teilweise sehr explizit, aber ohne für mich einen echten "Mehrwert" für die Handlung oder die Figuren zu haben. Die Brutalität dominiert die Erzählung so stark, dass andere Aspekte wie Figurenentwicklung und Worldbuilding in den Hintergrund rücken. Dadurch wurde die Geschichte zunehmend zäh und repetitiv. Besonders schwer fiel es mir, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, da ihre Entwicklung hinter der konstanten Grausamkeit zurückblieb.

Auch tonal hatte ich Schwierigkeiten. Das Buch ist definitiv eher Young Adult, den Stil und Figuren lesen sich stellenweise sehr jugendlich, was für mich nicht gut mit den düsteren Themen harmoniert. Was mir zusätzlich das Lesen erschwert hat, war das Tempo. Die Geschichte zieht sich lange, ohne dass wirklich etwas vorangeht oder Spannung aufgebaut wird.  Ich war mehrfach kurz davor, das Buch abzubrechen, habe mich dann aber doch bis zum Ende durchgekämpft.

Unterm Strich bleibt für mich eine Geschichte mit einer starken Idee, die in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte. Brutal, aber gleichzeitig überraschend langweilig und ohne den Sog, den ich mir erhofft hatte. Für mich kein Muss und leider eine Enttäuschung. Schön aussehen tut das Buch aber. 

 

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