Wow wow wow. Dieses Buch hat mich sehr berührt. Während des Lesens habe ich viele Stellen markiert, weil so viele Gedanken und Beobachtungen darin stecken, die nachwirken. Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist eines dieser Bücher, bei denen man immer wieder kurz innehält, weil ein Satz oder eine Szene einen besonders trifft. Die Geschichte handelt von Bo, einem alten Mann, der merkt, dass sein Körper immer schwächer wird und sein Leben langsam kleiner wird. Seine Tage bestehen aus Routinen, Erinnerungen und den Besuchen seines Sohnes sowie der Pflegekräfte. Besonders wichtig ist für ihn sein Hund Sixten, der ihm Halt gibt und für ihn ein Stück Selbstständigkeit und Normalität bedeutet. Gleichzeitig spürt man beim Lesen immer stärker, dass Veränderungen unausweichlich sind. Die Geschichte erzählt viel über das Älterwerden, über Verlust, über unausgesprochene Worte und über die komplizierten Beziehungen innerhalb einer Familie. Gerade die Beziehung zwischen Bo und seinem Sohn hat mich ...
Das Buch hat mich sehr überrascht. Es war mein erstes von Kira Mohn und ganz sicher nicht mein letztes. Ich habe es an einem Tag innerhalb weniger Stunden verschlungen, weil ich den Schreibstil so mochte und immer weiterlesen wollte. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, wirkt dabei aber nie oberflächlich, sondern regt immer wieder zum Nachdenken an. Erzählt wird aus den Perspektiven von Nina, Alexander, Emilia und Ben. Gerade dieser Wechsel hat für mich sehr gut funktioniert, weil man nach und nach merkt, wie viel in dieser Familie unausgesprochen bleibt. Nach außen scheint alles in Ordnung zu sein, doch mit jeder Seite bröckelt dieses Bild mehr. Besonders gelungen fand ich, wie lebensnah und nachvollziehbar die Gedanken und Konflikte der einzelnen Figuren geschrieben sind. Nicht alle waren mir sympathisch, aber genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Inhaltlich ist das Buch ziemlich intensiv, weil es viele Themen aufgreift, die mitten aus dem Alltag kommen. Es zeigt sehr ei...