Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Idee dahinter ist mal etwas ganz anderes und hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe es schnell gelesen und war durchgehend gespannt, wie sich die einzelnen Lebenswege entwickeln. Für mich hatte das Buch definitiv Highlight-Potenzial.
Die Geschichte beginnt mit Cora, die den Namen ihres neugeborenen Sohnes eintragen lassen soll. Drei Namen stehen zur Auswahl und mit jeder Entscheidung verzweigt sich die Geschichte in eine andere Zukunft. Der Roman erzählt diese drei möglichen Lebenswege parallel. Die Kapitel wechseln fortlaufend zwischen den Versionen, sodass man die Entwicklungen direkt miteinander vergleichen kann. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen den einzelnen Lebensrealitäten. Beim Lesen wird schnell deutlich, wie sehr ein einzelner Moment bzw. eine Entscheidung alles verändern kann.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich mir stellenweise gewünscht hätte, jede Version in einem eigenen, geschlossenen Abschnitt zu lesen. Ich glaube, ich hätte mich so noch intensiver in die jeweilige Entwicklung hineinversetzen können. Durch die wechselnden Kapitel musste ich mich emotional immer wieder neu einstellen. Trotzdem hat gerade dieser Wechsel die Unterschiede zwischen den Lebenswegen besonders klar herausgearbeitet.
Thematisch ist das Buch intensiv. Es geht um schwere Entscheidungen, Kontrolle, Mut und die Auswirkungen von Gewalt innerhalb einer Familie. Manche Kapitel sind schwer auszuhalten, aber genau das macht die Geschichte so eindrücklich. Es wird spürbar, wie unterschiedlich ein Leben verlaufen kann, abhängig davon, welche Richtung ein Leben am Anfang einschlägt.
Zwischendrin hatte das Buch für mich ein paar Längen, weshalb es am Ende 4 von 5 Sternen geworden sind. Dennoch ist es ein sehr starkes Debüt mit einer außergewöhnlichen Struktur und großem Diskussionspotenzial. Für mich definitiv ein Buch, das lange nachwirkt. Ich freue mich jetzt schon darauf, mehr von Florence Knapp zu lesen.
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