Das Buch hat mich sehr überrascht. Es war mein erstes von Kira Mohn und ganz sicher nicht mein letztes. Ich habe es an einem Tag innerhalb weniger Stunden verschlungen, weil ich den Schreibstil so mochte und immer weiterlesen wollte. Die Geschichte liest sich sehr flüssig, wirkt dabei aber nie oberflächlich, sondern regt immer wieder zum Nachdenken an.
Erzählt wird aus den Perspektiven von Nina, Alexander, Emilia und Ben. Gerade dieser Wechsel hat für mich sehr gut funktioniert, weil man nach und nach merkt, wie viel in dieser Familie unausgesprochen bleibt. Nach außen scheint alles in Ordnung zu sein, doch mit jeder Seite bröckelt dieses Bild mehr. Besonders gelungen fand ich, wie lebensnah und nachvollziehbar die Gedanken und Konflikte der einzelnen Figuren geschrieben sind. Nicht alle waren mir sympathisch, aber genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht.
Inhaltlich ist das Buch ziemlich intensiv, weil es viele Themen aufgreift, die mitten aus dem Alltag kommen. Es zeigt sehr eindrücklich, wie schnell man sich in einer Familie voneinander entfernen kann, obwohl man doch eigentlich zusammenlebt. Das hat die Geschichte für mich so stark gemacht. Sie fühlt sich ehrlich und unangenehm real an. Gleichzeitig hält sie einem stellenweise auch den Spiegel vor und macht deutlich, wie wichtig echte Kommunikation und Rücksichtnahme sind.
Das Ende war mir leider zu abrupt und ich hätte mir an dieser Stelle einfach noch etwas mehr Raum gewünscht. Aus diesem Grund sind es keine 5 Sterne geworden, auch wenn das Buch sehr nah dran war, zu meinen Lieblingsbüchern zu zählen. Trotzdem bleibt für mich ein gelungener Roman, der durch seinen Schreibstil und seine Themen überzeugt. Am Ende sind es für mich 4 von 5 Sternen. Ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und das auf jeden Fall nachwirkt.
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